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Online seit 18.04.2012
Wird ein Werkunternehmer entgeltlich mit der Reparatur von Leistungen beauftragt, die er bereits erbracht hat und die von einem Drittunternehmen vor der Abnahme beschädigt worden sind, entfällt die Vergütungspflicht für diesen Auftrag nicht bereits deshalb, weil der Auftragnehmer möglicherweise noch die Vergütungsgefahr trug. Es muss vielmehr im Wege der Vertragsauslegung ermittelt werden, ob der Auftraggeber bereit war, trotz dieses Umstands und unter Berücksichtigung aller sonstigen dem Reparaturauftrag zugrunde liegenden Umstände, eine Vergütungspflicht zu begründen.
BGH, Urt. v. 08.03.2012 - VII ZR 177/11
Online seit 13.04.2012
Abgrenzung zwischen Mietvertrag und Werkvertrag bei Bestellung von Traktoren und Anhängern für die Maisernte bei Vereinbarung eines Stundensatzes
Die Bestellung von Traktoren und Anhängern für die Maisernte zu einem bestimmten Stundensatz stellt ein Werkvertrag dar. Denn aus einer solchen Bestellung ergibt sich, dass das Einbringen der Ernte und das Festfahren im Silo in Auftrag gegeben wird. Ist ein Vergütungssatz "je Aufwandsstunde" vereinbart worden, so beinhaltet dies nur den tatsächlichen Aufwand, nicht aber Pausen-, Warte- oder Ausfallzeiten.
OLG Brandenburg, Urt. v. 08.03.2012 - 5 U 13/11
Online seit 04.04.2012
Keine wirtschaftliche Einheit mit Windkraftanlagen bebauter Flächen bei Trennung durch land- und forstwirtschaftliche Grundstücke
Mehrere unbebaute Teilflächen eines Grundstücks, die durch Grundstücke voneinander getrennt sind, die zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen gehören, bilden auch dann keine wirtschaftliche Einheit, wenn sich auf ihnen Betriebsvorrichtungen (hier: Windkraftanlagen) befinden, die zwar gleichartig und durch Leitungen miteinander verbunden sind und demselben Zweck dienen, aber ihrerseits jeweils ein gesondertes Wirtschaftsgut sind. Solche Betriebsvorrichtungen sind nicht geeignet, abweichend vom Regelfall die voneinander getrennten Teilflächen zu einer wirtschaftlichen Einheit zusammenzufassen. Etwas anderes gilt, wenn die Teilflächen aus bauplanungsrechtlichen oder anderen öffentlich-rechtlichen Gründen nur zusammen veräußert werden können.
BFH, Urt. v. 25.01.2012 - II R 25/10
Online seit 22.03.2012
Öffentliches Unternehmen hat keinen Anspruch auf Abschluss von entgeltlichen Konzessionsverträgen für Schleppdienste bei in Seewasserstraße gebauten Kajen
Es existiert keine Rechtsgrundlage für das Verlangen eines öffentlichen Unternehmens auf Abschluss von entgeltlichen Konzessionsverträgen für die Erbringung von Dienstleistungen für Seefahrzeuge (Schlepp- und Bugsierdienste), in Verbindung mit der vertraglichen Verpflichtung für die Reedereien, sich nur konzessionierter Unternehmen zu bedienen. Nicht in jedem Fall wird ein durch Errichtung von Hafenanlagen gewonnenes Hafenbecken Eigentum des Landes, das den Hafen errichtet hat. Es kommt vielmehr darauf an, ob die im Bereich eines Hafens gelegenen und dessen Betrieb dienenden Wasserflächen als Teil des Hafens, oder als Teil des Gewässers anzusehen sind, an dem der Hafen liegt. Bilden die Wasserflächen des Hafens mit dem Gewässer, an dem er liegt, eine natürliche Einheit, so stellen sich die Ufer des Hafens zugleich als Ufer und damit Bestandteil des Gewässers dar. Dies ist der Fall, wenn Kajen unmittelbar in die Seewasserstraße gebaut worden sind.
OLG Oldenburg, Urt. v. 06.03.2012 - 2 W 4/12
Online seit 20.03.2012
Wertersatzanspruch infolge Umlegungungsverfahrens unterliegt der Pfändung
Geht Grundeigentum infolge eines Umlegungsverfahrens unter, richtet sich ein zuvor entstandener, auf Herausgabe des Eigentums gerichteter bereicherungsrechtlicher Anspruch nicht auf die Herausgabe der Ersatzgrundstücke, sondern auf Wertersatz. Der Umstand, dass sich die Eigentumsverhältnisse an den neu zugeteilten Grundstücken fortsetzen, ändert nichts daran, dass die erlangten Grundstücke infolge des Umlegungsverfahrens nicht mehr existieren und ihre Herausgabe nicht möglich ist. Dies kann aber einer Pfändung nicht entgegengehalten werden.
BGH, Urt. v. 20.01.2012 - V ZR 95/11
Online seit 08.03.2012
Bei Rückabwicklung eines Immobilienerwerbs kann unter Umständen eine Steuernachforderung als Schadensposition berücksichtigt werden
Wenn bei der Rückabwicklung eines Immobilienerwerbs im Wege des großen Schadensersatzes die Anschaffungskosten dadurch zurückgewährt werden, dass der Erwerber von seiner Darlehensverbindlichkeit gegenüber der finanzierenden Bank befreit wird und haben sich die Anschaffungskosten als Absetzung für Abnutzung steuerrechtlich ausgewirkt, so fließen dem Erwerber als Werbungskosten geltend gemachte Aufwendungen zu, die als Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung zu versteuern sind. Diese Steuerverbindlichkeit ist bei der Berechnung des Schadensersatzanspruchs zu berücksichtigen, soweit der Erwerber sich die erzielten Steuervorteile anrechnen lässt.
BGH, Urt. v. 26.01.2012 - VII ZR 154/10
Online seit 08.03.2012
Kürzlich erzielter Verkaufspreis für ein vergleichbares Nachbargrundstück kann bei Werermittlung zugrunde gelegt werden
In Grundbuchsachen erfolgt die Bewertung nach den Vorschriften der Kostenordnung, sodass der Einheitswert als Ausgangspunkt der Wertermittlung heranzuziehen ist. Ein höherer als der Einheitswert kann sich aus einer dem Grundbuchamt amtlich bekannten beziehungsweise aus dem Grundbuch ersichtlichen Tatsache ergeben. Dazu zählt der kürzlich erzielte Verkaufspreis für ein vergleichbares Nachbargrundstück.
OLG München, Beschl. v. 27.02.2012 - 34 Wx 449/11 Kost
Online seit 27.02.2012
Vorkaufsrechtsverzichtserklärung der Gemeinde ist entbehrlich, wenn alle Miteigentumsanteile einer Wohnungseigentumsanlage verkauft werden
Bei dem Kauf von Rechten nach dem Wohnungseigentumsgesetz ist ein gemeindliches Vorkaufsrecht ausdrücklich ausgeschlossen. Dementsprechend bedarf es bei der Veräußerung von Wohnungseigentum auch nicht der Vorlage eines Negativattests der Gemeinde. Diese Freistellung der Veräußerung von Wohnungseigentum vom Erfordernis der Beibringung eines Negativattests über das Nichtbestehen bzw. die Nichtausübung eines Vorkaufsrechts gilt auch dann, wenn sämtliche Miteigentumsanteile einer Wohnungseigentumsanlage veräußert werden. Denn das Baugesetzbuch macht für solche Fälle keine Einschränkung.
OLG Hamm, Beschl. v. 14.12.2011 - 15 W 476/11
Online seit 03.02.2012
Grundstückseigentümer kann von dem verantwortlichen Werkbesteller Beseitigungskosten für schwermetallbelasteten Erdaushub beanspruchen
Online seit 01.02.2012
Keine persönliche Haftung des Gründungsgesellschafters einer BGB-Gesellschaft aus freiberuflichen Statikern
Online seit 01.02.2012
Erwerber einer nicht nutzbaren Eigentumswohnung kann eine Nutzungsentschädigung, nicht jedoch Hotelkosten erstattet verlangen
Online seit 01.02.2012
Voraussetzungen für eine wirksame Ausübung des Vorkaufrechts nach dem Reichssiedlungsgesetz (RSiedlG)
Online seit 25.01.2012
Werkvertrag - Tierarzt kann für mangelhaft durchgeführte Ankaufsuntersuchung eines Pferds haften
Online seit 18.01.2012
Beim Bundesstraßenbau ist das beauftragte Land nicht hinsichtlich eines nachbarrechtlichen Ausgleichsanspruchs passivlegitimiert
Online seit 17.01.2012
Im Rahmen der Toleranzgrenzen liegende Nichtberücksichtigung baulicher Mängel führt nicht zur Unrichtigkeit eines Verkehrswertgutachtens
Online seit 10.01.2012
Einwendungen gegen vom Sachverständigen benutzte Messgeräte können nicht in einem Antrag auf Ablehnung wegen Besorgnis der Befangenheit geltend gemacht werden
Online seit 29.12.2011
Wohnungseigentümergemeinschaft muss nicht Kosten für Baumaßnahmen zur Herstellung von Barrierefreiheit im Interesse nur eines Eigentümers tragen
Online seit 21.12.2011
Abzugsfähigkeit der Vorsteuer aus der Erneuerung eines asbesthaltigen Daches zwecks Installation einer Photovoltaik-Anlage
Online seit 06.12.2011
Tarifliche Ausschlussfrist bei Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen für das gewerbliche Baugewerbe innerhalb von zwei Monaten nach Fälligkeit
Online seit 22.11.2011
Gemeinde haftet für falsche Auskunft über Wohnbebauubarkeit eines tatsächlich im Außenbereich gelegenen Grundstücks
Online seit 08.11.2011
Bei Fehlen von Vergleichsobjekten im Rahmen der Einheitsbewertung kann der "Mietspiegel" herangezogen werden
Online seit 24.10.2011
Vergütung für gutachterliche Leistung zur Bestimmung des Grenzverlaufs zwischen zwei Grundstücken bestimmt sich nach Honorargruppe 5 der Anlage 1 zu § 9 Abs. 1 JVEG
Online seit 19.10.2011
Mitteilung der Umlegungsstelle an das Grundbuchamt über die Einleitung eines Umlegungsverfahrens stellt eintragungsfähiges Ersuchen dar
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Online seit 27.04.2012
Keine Leistungspflicht eines Berufshaftpflichtversicherers gegenüber einem Baustatiker, wenn der Versicherer seinen vertraglichen Pflichten bereits nachkommt
Ein Berufshaftpflichtversicherer ist aufgrund eines von einem Baustatikerbüro oder Ingenieurbüro für Tragwerksplanung bei ihm abgeschlossenen Haftpflichtversicherungsvertrages jedenfalls zurzeit nicht verpflichtet, an das Statikbüro Zahlungen zu erbringen oder als Minus dieses von Zahlungsverpflichtungen freizustellen, wenn der Versicherer seinen Pflichten aus dem Haftpflichtversicherungsvertrag dadurch nachkommt, dass er gegenüber der angeblich geschädigten Generalunternehmerin des Bauprojekts die Ansprüche abgewehrt hat und auch weiterhin bereit ist, dem Statikbüro im Fall, dass ein Haftpflichtprozess geführt werden muss, Rechtsschutz zu gewähren
LG Köln, Urt. v. 02.11.2011 - 20 O 143/11